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ÖFFENTLICHER  AUFRUF
Sehr geehrter Herr Landesbischof,
sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder des Landeskirchenausschusses,
sehr geehrte Damen und Herren Prälaten,
sehr geehrte Synodale der Evangelischen Landeskirche von Württemberg!
Vom 21. – 23. September dieses Jahres fand in der Evangelischen Akademie Bad Boll eine Tagung mit dem Thema
“Shrinking Space im Israel-Palästina – Konflikt …” statt.
Hiermit wurde zum wiederholten Mal in der Akademie Bad Boll eine Veranstaltung durchgeführt, die einseitig, irreführend
und faktenresistent Geschichte und Gegenwart des palästinensisch-israelischen Konfliktes thematisiert. Sie selbst, sehr
geehrter Herr Landesbischof, haben durch Ihre Statements kommuniziert, dass Sie die Einseitigkeit des Tagungskonzeptes
kritisch betrachten und eine Verschiebung der Tagung angeregt, um eine faire und ausgewogene Veranstaltung zu ermöglichen.
Hierfür bedanken wir uns ausdrücklich.
Der Direktor der Akademie – Pfarrer Prof. Dr. Jörg Hübner – hingegen wies eine Verschiebung der Tagung zurück und behauptete
stattdessen, die Evangelische Landeskirche von Württemberg stünde hinsichtlich seines Gebarens voll und ganz hinter ihm
(vgl. “Evangelisch.de”vom 20./21.9. 2018).
Zahlreiche Teilnehmer*Innen und Referent*Innen der Tagung agieren im Umfeld von Boykottaufrufen gegen den Staat Israel und
vertreten eine ideologisch motivierte Delegitimierung des Staates Israel. Eine Teilnehmerin agierte als Passagierin des Schiffes “Mavi Marmara”,
das Teil des gewaltsam operierenden “Ship to Gaza”- Konvois im Jahr 2010 war.
Bis auf wenige Ausnahmen waren die Teilnehmer*Innen der Tagung klar identifizierbare Propagandist*Innen einer israelfeindlichen
Agenda, deren Argumentationsmuster judenfeindliche Ressentiments auf subtile wie manifeste Weise kommuniziert.
Mithin wurde auf dieser Veranstaltung Protagonist*Innen einer extremistischen Ideologie ein Podium verschafft. 
Wir bedanken uns beim Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung von Baden-Württemberg, Herrn Dr. Michael Blume,  dass 
durch sein Auftreten auf der Tagung die Positionen von Rechtsstaatlichkeit, Fairness und Objektivität nicht ganz aus dem Blick gerieten.
Das Ansehen der Evangelischen Akademie Bad Boll, die zu Recht den Ruf eines Flaggschiffes für qualifizierte protestantische
Akademiearbeit genießt, wird durch das israelfeindliche Gebaren der für die Organisation der Tagung Verantwortlichen unter dem Dach dieser
Akademie nachhaltig beschädigt. “It is particularly distressing that such an event takes place in Germany” (Emmanuel Nahschon, Sprecher
des israelischen Außenministeriums); “It is scandalous that any Christian church in Germany would utilize its moral authority to organize an
event, that legitimizes those who want to destroy the six million plus Jews in Israel. … In any case, they have not read the morning paper. Hezbollah,
which controls more than 200 000 missiles, threatened to unleash these against Israel” (Rabbi Abraham Cooper, assoziierter Dekan des
Simon Wiesenthal Centers). Rabbi Cooper bezog sich auf eine Bundestagsabgeordnete (Die Linke), die als Teilnehmerin
des “Offenen Menschenrechtsdiskurses Israel-Palästina” auf der Tagung in deren Programm aufgelistet war. Die Abgeordnete hatte die
“legitimate resistance” der Hizbollah gegen den jüdischen Staat betont (vgl. “Jerusalem Post” 21. 9. 2018). Dies ist lediglich e i n Ausschnitt
aus dem veröffentlichten Programm der Tagung – weitere Namen beteiligter Personen und Organisationen belegen die von Israel-
feindlichkeit geprägte Tendenz der Veranstaltung.
In Solidarität mit Jüdinnen und Juden weltweit, deren “Fels der Hoffnung” der demokratische Rechtsstaat Israel ist, rufen wir Sie
hiermit öffentlich auf:
Evaluieren Sie die israelfeindlichen Strukturen und Mechanismen unter dem Dach der Evangelischen Akademie Bad Boll!
Führen Sie eine öffentliche sowie transparente Aufklärung des gegebenen Sachverhaltes herbei – mit dem Ziel, extremistische
Aktivitäten dortselbst unmittelbar zu beenden!
Die Autonomie der Akademie kann nicht dazu führen, dass unter ihrem Dach Veranstaltungen durchgeführt werden, die den ethischen Prinzipien des Christentums
widersprechen, indem sie antiisraelische und antijüdische Ressentiments schüren und stärken. Als vom Auswärtigen Amt der Bundesregierung geför-
derte Organisation fordern wir Sie auf, der Feststellung der Frau Bundeskanzlerin, dass die Sicherheit des Staates Israel Bestandteil der Staatsräson
der Bundesrepublik Deutschland ist, in Ihrer kirchenleitenden Funktion Rechnung zu tragen.
Wir verweisen darauf, dass einseitig orientierte und unfair konzipierte Veranstaltungen zum Phänomenbereich ‘Israel-Palästina’ dem Ideal einer friedlichen Koexistenz
Israels mit einem künftigen Staat Palästina schweren Schaden zufügen, da sie Ressentiments und Hass schüren, statt Kooperation und Koexistenz zu stärken.
Wir betonen zudem, dass das Gebaren der für derartige Tagungen in der Evangelischen Akademie Bad Boll Verantwortlichen in eklatantem Widerspruch
zur Handreichung der Württembergischen Landeskirche (“Erklärungen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zur Verbundenheit zwischen Juden
und Christen”) steht, wo jedwede Form von Antisemitismus und Delegitimierung des Staates Israel klar zurückgewiesen werden.
Wir fordern Sie hiermit mit Nachdruck dazu auf, den dargestellten dringlichen Sachverhalt auf der Herbsttagung der 15. Landessynode der Evangelischen Landeskirche von 
Württemberg vom 26. – 29. 11. 2018 im Hospitalhof Stuttgart zu diskutieren und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom / Salam
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn-Unterland
Heide Kachel
Stv. Vors.’
DIG Heilbronn-Unterland
             
Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesen Tagen wird in Israel und den mit dem jüdischen Staat verbündeten Nationen der 70. Jahrestag der Gründung des demokratischen Rechtsstaates Israel gefeiert.
Eine gute Gelegenheit, den Blick auf aktuelle demographische Daten zu richten (Quelle: Central Bureau of Statistics, Israel – bezogen auf erhobene Daten innerhalb der Grenzen von 1967).
Die aktuelle Bevölkerungszahl beläuft sich auf 8. 842 000 Millionen Einwohner, von denen 74,5% jüdisch sind. 20,9% der Bevölkerung sind arabisch, 4,6% sind nicht nichtarabische Christen oder Angehörige
anderer ethnischer Gruppen.  Seit der letzten Erhebung hat die Bevölkerung um 1,9% zugenommen und wird unter Voraussetzung der Beibehaltung der aktuellen demographischen Zuwachsrate im Jahr 2048
die Zahl 15,2 Millionen Einwohner erreichen.
Andere Fakten, auf Israel selbst und das Land im internationalen Kontext bezogen, sind ebenfalls interessant (Quelle: von der “Jüdischen Allgemeinen” publizierte Zahlen unterschiedlicher
Institute).
Vor sieben Jahren gab es in Israel die “Hüttenkäse-Revolte”, in deren Verlauf zahlreiche Bürger*nnen gegen das hohe Preisniveau protestiert und auf Tel Aviver Boulevards kleine Zeltstädte errichtet hatten.
Die Regierung hatte darauf reagiert, indem sie für einige Produkte Festpreise definierte: z.B. ein Liter Milch NIS (Schekel) 5,60 = € 1,30. Ähnliche Regelungen erfolgten für andere Milchprodukte wie Käse oder
auch Eier. Insgesamt kletterten die Lebensmittelpreise zwischen 2000 und 2016 gleichwohl um ca. 50%. Im OECD-Vergleich ist Israel eines der teuersten Länder. Signifikant wird dies im Bereich Wohnraum.
Laut “Economist” stiegen die Preise für Wohnraum seit 2006 um über 80%. “Ha’Aretz” berichtet, dass Mieter für ihre Wohnung in Tel Aviv im Durchschnitt NIS 5581/€1313, im gesamten Land NIS 3799/€ 893,55
bezahlen. Der Wohnraum pro Person in Israel liegt hierbei unter dem OECD-Durchschnitt: 1,2 Zimmer pro Person (OECD: 1,8 Zimmer). Bei den Einkommen sieht es so aus: Das jährliche Haushaltseinkommen vor
Steuern und Abgaben liegt in Israel bei durchschnittlich € 29.704 (OECD: € 37.770, Deutschland: € 41.587). Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur 4,8% (2016). Im OECD-Vergleich hat Israel die höchste Armutsrate:
18% der Israelis leben unterhalb der Armutsgrenze, in Deutschland sind es 9%.
Der Wirtschaftswissenschaftler Dan Ben-David kommentiert die soziale Situation wie folgt: “Es gibt die Start-up-Nation mit ihren Top-Universitäten. Und dann gibt es eine andere Gruppe, die nicht die Möglich-
keiten und Bedingungen erhält, in der modernen Gesellschaft zu arbeiten. Diese Gruppe ist groß und wächst immer weiter”. Beispiel: In der High-Tech-Branche liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen
bei €52.267 und damit über dem OECD-Schnitt von € 41.425. Bemerkenswert bis erschreckend sind gewisse Daten im Bildungsbereich: In einigen, staatlich geförderten, ultraorthodoxen Schulen werden weder
Naturwissenschaften, noch Englisch unterrichtet, ebensowenig wie Mathematik. Daher werden in den PISA-Studien ultraorthodoxe Schulen erst gar nicht validiert. 
Da gewisse europäische Milieus das “Israelbashing” zu einer Art politischem a priori erhoben haben, ist es u.E. erforderlich, den Blick auf derartige Daten zu richten, die Aspekte des enormen Drucks,
der auf der israelischen Zivilbevölkerung lastet, transparent  machen. Zu der beschriebenen Binnensituation kommt die zunehmend brandgefährlich werdende außenpolitisch-militärische Lage. Wenn
Mitte Mai die US-Administration über die Prolongierung des Iran-Deals entscheidet, wird die höchst aktuelle Kriegsgefahr zwischen Iran und Israel wieder in den Fokus rücken. Der Iran hat in den
Jahren des syrischen Bürgerkrieges die syrische Grenzregion zu Israel mit militärischer Infrastruktur durchsetzt, ein Sicherheitsrisiko für Israel, das durch die bis an die Zähne mit Raketen bewaffnete
Hizbollah-Miliz, ebenfalls von Iran munitioniert, gesteigert wird. Dass im Südwesten der Gazastreifen mit der dort vorherrschenden unerträglichen Lage für die palästinensische Bevölkerung ein weiteres
Konfliktpotential darstellt, ist bekannt. Bei letzterem findet der Fakt wenig Beachtung, dass es die islamistische Terrororganisation (EU-Einstufung) Hamas ist, die für die unmenschlichen Lebens-
bedingungen in diesem Küstenstreifen v.a. verantwortlich ist. Statt friedlich mit Israel zu koexistieren und eine eigene politische Entität in Kooperation mit Ägypten und Israel aufzubauen, werden öffentliche
Gelder für den Bau von Angriffstunneln und den Erwerb von Waffen aus Iran verwendet. Folter und Hinrichtungen sind in der Hamas-Diktatur an der Tagesordnung, die palästinensische Bevölkerung wird
quasi als kollektive Geisel gehalten. Würden sich die derzeitigen Proteste nicht gegen Israel, sondern gegen die Hamas richten, wäre die Opferzahl ungleich gravierender, was die Frage nach
der Proportionalität des Agierens israelischer Sicherheitskräfte nicht ausschließt.
Es ist uns gelungen, qualifizierte Referenten für weitere Veranstaltungen in 2018 zu gewinnen: Alex Feuerherdt wird im Juli über das Verhältnis der UN zum jüdischen Staat und Dr. Joseph Croitoru
im Dezember über die Geschichte des Gaza - Streifens bis zur Hamas-Diktatur referieren. Über diese und andere attraktive Veranstaltungen werden Sie rechtzeitig auf üblichem Weg informiert.
Der nächste mitgliederinterne Jour Fixe wird im Mai stattfinden. Hierzu erfolgt zeitgerecht die Einladung. Folgen Sie zusammen mit 150 Abonnent*innen den aktuellen Informationen auf unserer Face-
book-Seite: facebook@schalom4haaretz.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG – Heilbronn-Unterland 

Strobl

 

Thomas Strobl bei der DIG Heilbronn-Unterland

Innenminister und stv. Ministerpräsident Thomas Strobl referierte über die Sicherheitspartnerschaft zwischen Israel und Deutschland.

Im Anschluss diskutierte der Minister mit unseren Gästen u.a. über die unsichtbare aber höchst effiziente Security am Ben Gurion -  Flughafen in Tel Aviv und über die gemeinsame Forschungstätigkeit deutscher und israelischer Wissenschaftler im Bereich des Cyberterrorismus.

Klar ist: Deutschland und Israel haben gemeinsame Sicherheitsinteressen. Auch interessant: Strobl erzählte von einem Besuch in einer Jerusalemer Schule, wo islamische, jüdische und christliche Kinder gemeinsam zum Abitur geführt werden. Ein gelungener Abend.

 

19. Juli 2018 19:30 Uhr *** Weinvilla
Alex Feuerherdt
Blogger, Sachbuchautor, Publizist, TV-Redakteur
spricht zum Thema:
70 Jahre Israel – das gewandelte Verhältnis der Vereinten
Nationen zum jüdischen Staat.

Willkommen auf unserer Homepage!

Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesen Tagen wird in Israel und den mit dem jüdischen Staat verbündeten Nationen der 70. Jahrestag der Gründung des demokratischen Rechtsstaates Israel gefeiert.
Eine gute Gelegenheit, den Blick auf aktuelle demographische Daten zu richten (Quelle: Central Bureau of Statistics, Israel – bezogen auf erhobene Daten innerhalb der Grenzen von 1967).
Die aktuelle Bevölkerungszahl beläuft sich auf 8. 842 000 Millionen Einwohner, von denen 74,5% jüdisch sind. 20,9% der Bevölkerung sind arabisch, 4,6% sind nicht nichtarabische Christen oder Angehörige
anderer ethnischer Gruppen.  Seit der letzten Erhebung hat die Bevölkerung um 1,9% zugenommen und wird unter Voraussetzung der Beibehaltung der aktuellen demographischen Zuwachsrate im Jahr 2048
die Zahl 15,2 Millionen Einwohner erreichen.
Andere Fakten, auf Israel selbst und das Land im internationalen Kontext bezogen, sind ebenfalls interessant (Quelle: von der “Jüdischen Allgemeinen” publizierte Zahlen unterschiedlicher
Institute).
Vor sieben Jahren gab es in Israel die “Hüttenkäse-Revolte”, in deren Verlauf zahlreiche Bürger*nnen gegen das hohe Preisniveau protestiert und auf Tel Aviver Boulevards kleine Zeltstädte errichtet hatten.
Die Regierung hatte darauf reagiert, indem sie für einige Produkte Festpreise definierte: z.B. ein Liter Milch NIS (Schekel) 5,60 = € 1,30. Ähnliche Regelungen erfolgten für andere Milchprodukte wie Käse oder
auch Eier. Insgesamt kletterten die Lebensmittelpreise zwischen 2000 und 2016 gleichwohl um ca. 50%. Im OECD-Vergleich ist Israel eines der teuersten Länder. Signifikant wird dies im Bereich Wohnraum.
Laut “Economist” stiegen die Preise für Wohnraum seit 2006 um über 80%. “Ha’Aretz” berichtet, dass Mieter für ihre Wohnung in Tel Aviv im Durchschnitt NIS 5581/€1313, im gesamten Land NIS 3799/€ 893,55
bezahlen. Der Wohnraum pro Person in Israel liegt hierbei unter dem OECD-Durchschnitt: 1,2 Zimmer pro Person (OECD: 1,8 Zimmer). Bei den Einkommen sieht es so aus: Das jährliche Haushaltseinkommen vor
Steuern und Abgaben liegt in Israel bei durchschnittlich € 29.704 (OECD: € 37.770, Deutschland: € 41.587). Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur 4,8% (2016). Im OECD-Vergleich hat Israel die höchste Armutsrate:
18% der Israelis leben unterhalb der Armutsgrenze, in Deutschland sind es 9%.
Der Wirtschaftswissenschaftler Dan Ben-David kommentiert die soziale Situation wie folgt: “Es gibt die Start-up-Nation mit ihren Top-Universitäten. Und dann gibt es eine andere Gruppe, die nicht die Möglich-
keiten und Bedingungen erhält, in der modernen Gesellschaft zu arbeiten. Diese Gruppe ist groß und wächst immer weiter”. Beispiel: In der High-Tech-Branche liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen
bei €52.267 und damit über dem OECD-Schnitt von € 41.425. Bemerkenswert bis erschreckend sind gewisse Daten im Bildungsbereich: In einigen, staatlich geförderten, ultraorthodoxen Schulen werden weder
Naturwissenschaften, noch Englisch unterrichtet, ebensowenig wie Mathematik. Daher werden in den PISA-Studien ultraorthodoxe Schulen erst gar nicht validiert. 
Da gewisse europäische Milieus das “Israelbashing” zu einer Art politischem a priori erhoben haben, ist es u.E. erforderlich, den Blick auf derartige Daten zu richten, die Aspekte des enormen Drucks,
der auf der israelischen Zivilbevölkerung lastet, transparent  machen. Zu der beschriebenen Binnensituation kommt die zunehmend brandgefährlich werdende außenpolitisch-militärische Lage. Wenn
Mitte Mai die US-Administration über die Prolongierung des Iran-Deals entscheidet, wird die höchst aktuelle Kriegsgefahr zwischen Iran und Israel wieder in den Fokus rücken. Der Iran hat in den
Jahren des syrischen Bürgerkrieges die syrische Grenzregion zu Israel mit militärischer Infrastruktur durchsetzt, ein Sicherheitsrisiko für Israel, das durch die bis an die Zähne mit Raketen bewaffnete
Hizbollah-Miliz, ebenfalls von Iran munitioniert, gesteigert wird. Dass im Südwesten der Gazastreifen mit der dort vorherrschenden unerträglichen Lage für die palästinensische Bevölkerung ein weiteres
Konfliktpotential darstellt, ist bekannt. Bei letzterem findet der Fakt wenig Beachtung, dass es die islamistische Terrororganisation (EU-Einstufung) Hamas ist, die für die unmenschlichen Lebens-
bedingungen in diesem Küstenstreifen v.a. verantwortlich ist. Statt friedlich mit Israel zu koexistieren und eine eigene politische Entität in Kooperation mit Ägypten und Israel aufzubauen, werden öffentliche
Gelder für den Bau von Angriffstunneln und den Erwerb von Waffen aus Iran verwendet. Folter und Hinrichtungen sind in der Hamas-Diktatur an der Tagesordnung, die palästinensische Bevölkerung wird
quasi als kollektive Geisel gehalten. Würden sich die derzeitigen Proteste nicht gegen Israel, sondern gegen die Hamas richten, wäre die Opferzahl ungleich gravierender, was die Frage nach
der Proportionalität des Agierens israelischer Sicherheitskräfte nicht ausschließt.
Es ist uns gelungen, qualifizierte Referenten für weitere Veranstaltungen in 2018 zu gewinnen: Alex Feuerherdt wird im Juli über das Verhältnis der UN zum jüdischen Staat und Dr. Joseph Croitoru
im Dezember über die Geschichte des Gaza - Streifens bis zur Hamas-Diktatur referieren. Über diese und andere attraktive Veranstaltungen werden Sie rechtzeitig auf üblichem Weg informiert.
Der nächste mitgliederinterne Jour Fixe wird im Mai stattfinden. Hierzu erfolgt zeitgerecht die Einladung. Folgen Sie zusammen mit 150 Abonnent*innen den aktuellen Informationen auf unserer Face-
book-Seite: facebook@schalom4haaretz.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG – Heilbronn-Unterland 
11. 05. 2017 Schluss damit! Sofort!
“Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch” – Bertolt Brechts Diktum erweist sich
als aktuell. Ohne einer unangemessenen Hysterisierung angesichts der jüngsten Vorfälle
im Raum Heilbronn das Wort zu reden: Wachsamkeit ist angesagt. Aggressiver Vandalismus
auf einem jüdischen Friedhof und Bestreitung der Schoa als Graffiti auf einer Hauswand sind
exakt zwei Ereignisse zu viel. Das Falscheste wäre, sich an diese Hassverbrechen zu gewöhnen,
sie achselzuckend hinzunehmen. Unsere Sicherheitsbehörden werden das Ihrige tun, um die
Täter zu identifizieren. In der Käthchenstadt – die vor der Schoa eines der lebendigsten Zent-
ren jüdischen Lebens in Württemberg war – hat Antisemitismus keinen Platz. Nie wieder.
Bernd Sommer, Vorsitzender
Heide Kachel, stv. Vorsitzende
Wolfgang Ludewig, Schriftführer
Dr. Michael Malt, Bundesdelegierter
Jürgen Schad, Beisitzerder Deutsch-Israelischen Gesellschaft Heilbronn-Unterland
Unter dem Button ,,Aktuelles” finden Sie Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen, unter dem Button ,,Archiv” finden Sie Berichte von vergangenen Veranstaltungen!
Alles Gute und Shalom, Ihre
 
DIG Heilbronn-Unterland
 
 
 
Minister Thomas Strobl bei der DIG Heilbronn am 9. 3. 2018
 
 
 

Strobl

  SAVE THE DATE     *****     SAVE THE DATE     *****     SAVE THE DATE    
Eine Veranstaltung der
Deutsch Israelischen Gesellschaft
Alex Feuerherdt
Blogger, Sachbuchautor, Publizist, TV-Redakteur
referiert zum Thema
70 Jahre Israel – das gewandelte Verhältnis
der Vereinten Nationen 
zum jüdischen Staat
***   ***
Donnerstag, 19. Juli 2018 um 19:30 Uhr
Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstraße,
Klavierzimmer im ersten Stock

 

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien zu den Themen Israel, Naher Osten, Antisemitismus und Fußball unter anderem für die “Jüdische Allgemeine”, n-tv.de, die “Jungle World” und die “Medienbeobachtungsstelle Naher Osten” in Wien. Herr Feuerherdt ist Betreiber des Blogs “Lizas Welt”.Gemeinsam mit Florian Markl hat Feuerherdt ein weithin rezipiertes Buch zum Thema der Veranstaltung geschrieben, das im Mai 2018 im Verlag Hentrich&Hentrich erschienen ist:

 

“Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert”. Dieses Werk und andere Literatur zum Thema können bei der Veranstaltung erworben werden.

 

 

 

Zum Thema

 

 

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie der Staat Israel. Die UNESCO und der UN-Menschenrechtsrat haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger

 

verurteilt als alle anderen Länder des Planeten zusammen. Auch die Generalversammlung der UNO beschäftigt sich in ihren Diskussionen weitaus häufiger mit der einzigen Demokratie im Nahen

 

Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel unlängst als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert. Für die Weltgesundheits-

 

organisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Dies sind nur einige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN -

 

Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

 

 

Wie kommt es, dass sich der jüdische Staat derart im Visier der Vereinten Nationen und ihrer Unterorganisationen befindet? Liegt dies wirklich an Israel s e l b s t – oder gibt es dafür ganz andere

 

Gründe? Wie ist die UNO heute eigentlich aufgestellt und worin unterscheidet sie sich von früheren Jahren? Welches Verständnis von Menschenrechten ist bei ihr und ihren Mitgliedern en vogue?

 

 

 

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen und dem Referenten am 19 Juli ab 19:30 Uhr im besonderen Ambiente der Weinvilla Heilbronn diese höchst aktuellen Themen zu diskutieren.

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesen Tagen wird in Israel und den mit dem jüdischen Staat verbündeten Nationen der 70. Jahrestag der Gründung des demokratischen Rechtsstaates Israel gefeiert.
Eine gute Gelegenheit, den Blick auf aktuelle demographische Daten zu richten (Quelle: Central Bureau of Statistics, Israel – bezogen auf erhobene Daten innerhalb der Grenzen von 1967).
Die aktuelle Bevölkerungszahl beläuft sich auf 8. 842 000 Millionen Einwohner, von denen 74,5% jüdisch sind. 20,9% der Bevölkerung sind arabisch, 4,6% sind nicht nichtarabische Christen oder Angehörige
anderer ethnischer Gruppen.  Seit der letzten Erhebung hat die Bevölkerung um 1,9% zugenommen und wird unter Voraussetzung der Beibehaltung der aktuellen demographischen Zuwachsrate im Jahr 2048
die Zahl 15,2 Millionen Einwohner erreichen.
Andere Fakten, auf Israel selbst und das Land im internationalen Kontext bezogen, sind ebenfalls interessant (Quelle: von der “Jüdischen Allgemeinen” publizierte Zahlen unterschiedlicher
Institute).
Vor sieben Jahren gab es in Israel die “Hüttenkäse-Revolte”, in deren Verlauf zahlreiche Bürger*nnen gegen das hohe Preisniveau protestiert und auf Tel Aviver Boulevards kleine Zeltstädte errichtet hatten.
Die Regierung hatte darauf reagiert, indem sie für einige Produkte Festpreise definierte: z.B. ein Liter Milch NIS (Schekel) 5,60 = € 1,30. Ähnliche Regelungen erfolgten für andere Milchprodukte wie Käse oder
auch Eier. Insgesamt kletterten die Lebensmittelpreise zwischen 2000 und 2016 gleichwohl um ca. 50%. Im OECD-Vergleich ist Israel eines der teuersten Länder. Signifikant wird dies im Bereich Wohnraum.
Laut “Economist” stiegen die Preise für Wohnraum seit 2006 um über 80%. “Ha’Aretz” berichtet, dass Mieter für ihre Wohnung in Tel Aviv im Durchschnitt NIS 5581/€1313, im gesamten Land NIS 3799/€ 893,55
bezahlen. Der Wohnraum pro Person in Israel liegt hierbei unter dem OECD-Durchschnitt: 1,2 Zimmer pro Person (OECD: 1,8 Zimmer). Bei den Einkommen sieht es so aus: Das jährliche Haushaltseinkommen vor
Steuern und Abgaben liegt in Israel bei durchschnittlich € 29.704 (OECD: € 37.770, Deutschland: € 41.587). Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur 4,8% (2016). Im OECD-Vergleich hat Israel die höchste Armutsrate:
18% der Israelis leben unterhalb der Armutsgrenze, in Deutschland sind es 9%.
Der Wirtschaftswissenschaftler Dan Ben-David kommentiert die soziale Situation wie folgt: “Es gibt die Start-up-Nation mit ihren Top-Universitäten. Und dann gibt es eine andere Gruppe, die nicht die Möglich-
keiten und Bedingungen erhält, in der modernen Gesellschaft zu arbeiten. Diese Gruppe ist groß und wächst immer weiter”. Beispiel: In der High-Tech-Branche liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen
bei €52.267 und damit über dem OECD-Schnitt von € 41.425. Bemerkenswert bis erschreckend sind gewisse Daten im Bildungsbereich: In einigen, staatlich geförderten, ultraorthodoxen Schulen werden weder
Naturwissenschaften, noch Englisch unterrichtet, ebensowenig wie Mathematik. Daher werden in den PISA-Studien ultraorthodoxe Schulen erst gar nicht validiert. 
Da gewisse europäische Milieus das “Israelbashing” zu einer Art politischem a priori erhoben haben, ist es u.E. erforderlich, den Blick auf derartige Daten zu richten, die Aspekte des enormen Drucks,
der auf der israelischen Zivilbevölkerung lastet, transparent  machen. Zu der beschriebenen Binnensituation kommt die zunehmend brandgefährlich werdende außenpolitisch-militärische Lage. Wenn
Mitte Mai die US-Administration über die Prolongierung des Iran-Deals entscheidet, wird die höchst aktuelle Kriegsgefahr zwischen Iran und Israel wieder in den Fokus rücken. Der Iran hat in den
Jahren des syrischen Bürgerkrieges die syrische Grenzregion zu Israel mit militärischer Infrastruktur durchsetzt, ein Sicherheitsrisiko für Israel, das durch die bis an die Zähne mit Raketen bewaffnete
Hizbollah-Miliz, ebenfalls von Iran munitioniert, gesteigert wird. Dass im Südwesten der Gazastreifen mit der dort vorherrschenden unerträglichen Lage für die palästinensische Bevölkerung ein weiteres
Konfliktpotential darstellt, ist bekannt. Bei letzterem findet der Fakt wenig Beachtung, dass es die islamistische Terrororganisation (EU-Einstufung) Hamas ist, die für die unmenschlichen Lebens-
bedingungen in diesem Küstenstreifen v.a. verantwortlich ist. Statt friedlich mit Israel zu koexistieren und eine eigene politische Entität in Kooperation mit Ägypten und Israel aufzubauen, werden öffentliche
Gelder für den Bau von Angriffstunneln und den Erwerb von Waffen aus Iran verwendet. Folter und Hinrichtungen sind in der Hamas-Diktatur an der Tagesordnung, die palästinensische Bevölkerung wird
quasi als kollektive Geisel gehalten. Würden sich die derzeitigen Proteste nicht gegen Israel, sondern gegen die Hamas richten, wäre die Opferzahl ungleich gravierender, was die Frage nach
der Proportionalität des Agierens israelischer Sicherheitskräfte nicht ausschließt.
Es ist uns gelungen, qualifizierte Referenten für weitere Veranstaltungen in 2018 zu gewinnen: Alex Feuerherdt wird im Juli über das Verhältnis der UN zum jüdischen Staat und Dr. Joseph Croitoru
im Dezember über die Geschichte des Gaza - Streifens bis zur Hamas-Diktatur referieren. Über diese und andere attraktive Veranstaltungen werden Sie rechtzeitig auf üblichem Weg informiert.
Der nächste mitgliederinterne Jour Fixe wird im Mai stattfinden. Hierzu erfolgt zeitgerecht die Einladung. Folgen Sie zusammen mit 150 Abonnent*innen den aktuellen Informationen auf unserer Face-
book-Seite: facebook@schalom4haaretz.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG – Heilbronn-Unterland 

Strobl

 

Thomas Strobl bei der DIG Heilbronn-Unterland

Innenminister und stv. Ministerpräsident Thomas Strobl referierte über die Sicherheitspartnerschaft zwischen Israel und Deutschland.

Im Anschluss diskutierte der Minister mit unseren Gästen u.a. über die unsichtbare aber höchst effiziente Security am Ben Gurion -  Flughafen in Tel Aviv und über die gemeinsame Forschungstätigkeit deutscher und israelischer Wissenschaftler im Bereich des Cyberterrorismus.

Klar ist: Deutschland und Israel haben gemeinsame Sicherheitsinteressen. Auch interessant: Strobl erzählte von einem Besuch in einer Jerusalemer Schule, wo islamische, jüdische und christliche Kinder gemeinsam zum Abitur geführt werden. Ein gelungener Abend.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie freundlich ein zur zweiten Veranstaltung der DIG Heilbronn-Unterland 2018. Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Minister
für Inneres, Digitalisierung und Migration, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands
und Mitglied der DIG Heilbronn-Unterland 
spricht zum Thema 
“Von Israel lernen – rechtsstaatlicher Umgang mit der Terrorgefahr”
Freitag, 9. März 19 Uhr
Weinvilla Heilbronn, erster Stock
Cäcilienstrasse
                                                                                     
Als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte Thomas Strobl den demokratischen Rechtsstaat Israel als
Ziel seiner ersten Auslandsreise ausgewählt. Im September 2016 besuchte er an der Spitze einer Delegation aus Baden-Württemberg u.a. die “Hand-
in-Hand” – Schule in Jerusalem, wo jüdische, islamische und christliche Kinder bis zum Abitur gemeinsam unterrichtet und gefördert werden. Im
Verlauf des Besuches informierte sich die von ihm geleitete Delegation am Ben Gurion – Airport über Sicherheitsmaßnahmen im Luftverkehr und
ließ sich über den aktuellen Stand deutsch-israelischer Forschungen zur Cybersicherheit unterrichten. Der Austausch mit den Israelis sei nicht
zuletzt deshalb von hoher Relevanz, so der Minister, “um die sicherheitspolitischen Herausforderungen in Zeiten globaler Terrorgefahr” gemein-
sam in den Blick zu nehmen.
Mit der Wahl des Staates Israel als Ziel seiner ersten Auslandsreise in seiner Funktion als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident setzte
Thomas Strobl ein Zeichen freundschaftlicher Verbundenheit der Menschen in Baden-Württemberg mit der jüdischen und arabischen Bevölkerung des
Staates IsraelDie Deutsch Israelische Gesellschaft engagiert sich im Sinne der Völkerfreundschaft für enge und freundschaftliche Beziehungen zwischen
Israel und Deutschland und lädt Sie freundlich zu Vortrag und Diskussion ein.
Mit freundlichen Grüßen, im Namen des Vorstandes
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn-Unterland

STELLUNGNAHME DES VORSTANDES ZU DEN VORGÄNGEN IN ISRAEL IM

RAHMEN DES STAATSBESUCHES VON AUSSENMINISTER GABRIEL

 

*  *  *

 

In der politischen Öffentlichkeit Israels und Deutschlands wird der Eklat um Außenminister Gabriel und Premier Netanyahu kontrovers diskutiert.

Während Gabriel vom israelischen Staatspräsidenten Rivlin und dem sozialdemokratischen Oppositionspolitiker Herzog zu ausführlichen Gesprächen

empfangen wurde, cancelte Premier Netanyahu das vereinbarte Meeting kurzfristig.

 

DIG Vizepräsidentin Gitta Connemann MdB verwies in einem Statement (Mittwochausgabe “Rheinische Post”) zu Recht darauf, dass etwas mehr Fin-

gerspitzengefühl seitens des deutschen Außenministers diese unerfreuliche Eskalation hätte vermeiden können. Frau Connemann vermisst “Sorgfalt

bei der Auswahl” der NGOs, mit denen Sigmar Gabriel Gespräche geführt hat. Sie weist darauf hin, dass die NGO ‘Breaking the silence’ Beschuldigungen

erhebe, aber ihre Quellen nicht offenlege. “Damit können israelische Behörden die Vorwürfe und Anschuldigungen nicht überprüfen”. Eine juristische

Aufarbeitung der benannten Vorgänge würde damit verunmöglicht. “Diese NGO erhält nun durch das Gespräch mit dem Außenminister einen Ritterschlag.

Deshalb verstehe ich die Kritik der israelischen Seite”. Soweit die DIG-Vizepräsidentin.

 

Es entspricht diplomatischen Gepflogenheiten, bei Staatsbesuchen eine durch sachliche Expertise gekennzeichnete Auswahl von Gesprächspartnern im

Gastland vorzunehmen. Diese sollten sowohl das g e s a m t e rechtsstaatliche Spektrum (und nicht nur eine politische Richtung) umfassen, als auch re-

präsentativ in der Bevölkerung verankert sein. In Israels Zivilgesellschaft, darin Deutschland ähnlich, existiert eine Vielzahl von Organisationen, die sich

aus ideellen Motiven für eine gute Sache engagieren. In den Bereichen Friedenserziehung, Medizin, Wissenschaft, Partizipation, Ökologie oder Kultur gibt

es zahlreiche, häufig kooperativ israelisch-palästinensisch agierende, NGOs, die einem deutschen Außenminister einen authentischen Einblick in die

real existierende Wirklichkeit des jüdischen Mini-Staates geben könnten. Verwiesen sei hier beispielhaft auf die vielfältigen Engagements im Umfeld

der Universität Haifa oder der Hadassah-Klinik in Jerusalem.  Diese Chance wurde vertan.

 

Mittlerweile deuten Hintergrundinformationen an, dass die israelische Seite das Angebot unterbreitet hatte, eine repräsentativere Auswahl von NGOs

- inklusive der in Kritik stehenden – am Treffen teilnehmen zu lassen, dies aber von Seiten der deutschen Delegation zurückgewiesen wurde. Sollten diese

Informationen zutreffen, wäre dies in keiner Hinsicht nachvollziehbar.

 

Natürlich hätte Premier Netanyahu souveräner agieren können, wie es sein Parteifreund, Präsident Rivlin, tat. Aber ebenso natürlich sollte die Frage formu-

liert werden, welche Rolle Menschenrechtsfragen bei Besuchen deutscher Politiker z.B. in Teheran faktisch spielten und spielen. Im Vergleich zu Iran, mit dem

die deutsche Wirtschaft – nach dem kontrovers diskutierten Atomdeal – so gerne neue Geschäfte initiiert, ist Israel nicht mehr und nicht weniger als eine Insel

der Rechtsstaatlichkeit im Chaos des Mittleren Ostens. Insofern ist die nahezu institutionalisierte spezifische “Israelkritik” zutiefst unfair.

 

Daher sollte das Augenmerk nun darauf gerichtet werden, den – möglicherweise entstandenen – Schaden zu begrenzen und nach vorn zu schauen. Deutschland und

Israel sind verbündete und befreundete Staaten, durch Geschichte und Gegenwart vielfältig aufeinander bezogen – menschlich, kulturell, wirtschaftlich, historisch,

militärisch.

 

Daran wird sich nichts ändern.

 

Schalom

 

Im Namen des Vorstandes

 

Bernd Sommer

Vors.

DIG Heilbronn-Unterland

 

 

 


Wir laden Sie freundlich ein zu unserer nächsten Veranstaltung:
“Kampf gegen Antisemitismus als
Schwerpunktthema der OSZE”
mit
Michael Georg L i n k
Direktor der OSZE*-Menschenrechtsbehörde ODIHR*,
Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D.
am 30. März 2017 um 19:30 Uhr
Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstrasse, Musikzimmer
im ersten Stock
! Bitte beachten: Veränderte Uhrzeit: 19:30 Uhr statt 19:00 Uhr
*Die OSZE ist die ‘Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa’, eine verstetigte Staatenkonferenz zur Sicherung des Friedens, an der 57 Teilnehmerstaaten partizipieren. Das ODIHR fungiert in der OSZE als ‘Office for Democratic Institutions and Human Rights’, das sich für die Förderung von Demokratie, die Herrschaft des Rechts, Menschenrechte und Toleranz engagiert.
Die Relevanz des Engagements gegen Antisemitismus mag folgendes Statement von Ajatollah Sejjed Ali Chamene’i, der höchsten geistlichen und politischen Instanz des Iran und dessen Staatsoberhaupt zeigen: ”So Gott will wird es in 25 Jahren kein zionistisches Regime mehr geben. Bis dahin wird der kämpferische, heldenhafte und dschihadistische Kampfgeist den Zionisten keinen Moment der Ruhe mehr lassen”.**
Aber auch die Demaskierung des Antisemitismus innerhalb unserer Grenzen fordert  zu Recht Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern – in ihrem Statement gegen die Umtriebe der Organisation ’BDS’ (‘Boykott, Divestment and Sanctions’), die auch in Deutschland von sich reden macht: ”Sachliche, faire Kritik kann ich immer nachvollziehen. Aber diese Boykottbewegung ist Hass, blanker, kaltherziger Antisemitismus und sonst gar nichts. Es geht um nichts anderes als die Vernichtung des jüdischen Staates. Schritt für Schritt soll Israel auf allen Ebenen – akademisch, wissenschaftlich, kulturell, wirtschaftlich und politisch – ausgegrenzt und zerstört werden. Die Weltanschauung der Gründer und Unterstützer der Bewegung basiert darauf, den Zusammenbruch des Staates Israel herbeizuführen. Eine Einstaatenlösung ohne Israel, ein palästinensisch-arabischer Staat anstelle Israels – das ist die Vision der Aktivisten von BDS.”***
Wir freuen uns, Sie am 30. März in der Weinvilla begrüßen zu können. Unser höchst kompetenter Referent, Michael G. Link, Mitglied der DIG Heilbronn-Unterland, wird zum komplexen Sachverhalt referieren und für Diskussion zur Verfügung stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom

 

Aktualitätsbedingte Änderungen werden rechtzeitig kommuniziert

 

 

 

Jahresprogramm 2017

16. Februar 2017
18.00 Uhr
Weinvilla Heilbronn
Musikzimmer, erster Stock
Thema:
“50 Jahre nch dem Sechstage – Krieg:
Zum aktuellen Stand der deutsch-israelischen Beziehungen”.

16. Februar 2017 Veranstaltung mit dem Präsidenten der Deutsch Israelischen Gesellschaft und Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages a.D. Hellmut Königshaus zum Thema des aktuellen Standes der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem Staat Israel

***

  30. März 2017 Vortrag des Direktors der OSZE-Menschenrechtsbehörde ODIHR und Staatsministers im Auswärtigen Amt a.D. Michael Georg Link: „Kampf gegen Antisemitismus als Schwerpunktthema der OSZE“

***

18. Mai 2017

„Tacheles am Abend“:  Jenseits üblicher Mainstream-Klischees rückt die für Israel typische kulturell-politische Diversität in den Fokus:

Sarah Zoabi – eine israelische Muslima – und Oliver Vrankovic, ein deutscher Publizist, der in Israel lebt und arbeitet,  sprechen zum Thema „Israel, die multikulturelle Gesellschaft im Nahen Osten“.

Neben anderen Aspekten wird v.a. im Focus stehen, wie sich prozionistische Haltungen israelischer Araber artikulieren. Diese sich als Avantgarde wahrnehmende, ethnisch, religiös und politisch differenzierte Bevölkerungsgruppe steht für die Dekonstruktion jahrzehntelang tradierter Vorurteile

***

  26. Oktober 2017 „Die unheimliche Popularität der Israelkritik“. Vortragsabend mit Alex Feuerherdt – Betreiber des Blogs „Lizas Welt“. Schreibt für die „Jüdische Allgemeine“, „Konkret“, „Tagesspiegel“ und „Jungle World“. Gelegentlicher Autor des Blogs „Achse des Guten“ und Schiedsrichterexperte beim Nachrichtensender ntv

***

  16. November 2017 „Von Israel lernen – rechtsstaatlicher Umgang mit der Terrorgefahr“. Innenminister Thomas Strobl (Baden-Württemberg) spricht im Licht der dann aktuellen Situation über Erfahrungsaustausch und Kooperation im Sicherheitsbereich mit dem befreundeten Staat Israel

***

 

 

 

Beachten Sie die aktuellen Einladungstexte und die Ankündigungen in der Presse.

 

Wenn nicht anders vermerkt, finden die Veranstaltungen in der

 

Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstraße,  Musikzimmer im ersten Stock, statt.

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie freundlich ein zu unserer Veranstaltung am 18. Mai 2017, in der unter dem Motto “Tacheles am Abend” das Thema
“Israel – die multikulturelle Gesellschaft im Nahen Osten”
zur Diskussion steht. Im Fokus stehen prozionistische Haltungen in der arabischen Bevölkerung des Staates Israel.
Diese gegenüber dem israelischen Staat positiv orientierten muslimischen und christlichen Araber*innen verstehen sich als gesellschaftliche Avantgarde, die sich für die Dekonstruktion von – über Jahrzehnten kultivierten - Vorurteilen engagiert.
Zu dieser prozionistischen arabischen Bevölkerungsgruppe gehört unsere Referentin Sara Zoabi, eine religiöse Muslima, die
sich als israelische Patriotin versteht. Der zweite Referent,  Oliver Vrankovic, ist ein deutscher Journalist,
der seit zehn Jahren in Israel lebt. Er beschäftigt sich insbesondere mit Spannungen und Integrationsbemühungen in der israelischen Gesellschaft.
Diese Veranstaltung der DIG Heilbronn-Unterland versteht sich als Beitrag zur Diskussion über den spezifischen Charakter des Staates Israel. Das
Land ist bekanntlich von kulturell – politischer Diversität geprägt: Spannungslinien verlaufen zwischen Anhängern verschiedener zionistischer Lager, unterschiedlicher Einwanderergruppen sowie zwischen säkularen und streng religiösen jüdischen und arabischen Kreisen.
Sie sind freundlich eingeladen zu einem aktuellen und spannenden Diskurs, der stattfinden wird am
18. Mai 2017, ab 19 Uhr
Weinvilla Heilbronn
Musikzimmer, 1. Stock.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn-Unterland

STELLUNGNAHME DES VORSTANDES ZU DEN VORGÄNGEN IN ISRAEL IM

RAHMEN DES STAATSBESUCHES VON AUSSENMINISTER GABRIEL

 

*  *  *

 

In der politischen Öffentlichkeit Israels und Deutschlands wird der Eklat um Außenminister Gabriel und Premier Netanyahu kontrovers diskutiert.

Während Gabriel vom israelischen Staatspräsidenten Rivlin und dem sozialdemokratischen Oppositionspolitiker Herzog zu ausführlichen Gesprächen

empfangen wurde, cancelte Premier Netanyahu das vereinbarte Meeting kurzfristig.

 

DIG Vizepräsidentin Gitta Connemann MdB verwies in einem Statement (Mittwochausgabe “Rheinische Post”) zu Recht darauf, dass etwas mehr Fin-

gerspitzengefühl seitens des deutschen Außenministers diese unerfreuliche Eskalation hätte vermeiden können. Frau Connemann vermisst “Sorgfalt

bei der Auswahl” der NGOs, mit denen Sigmar Gabriel Gespräche geführt hat. Sie weist darauf hin, dass die NGO ‘Breaking the silence’ Beschuldigungen

erhebe, aber ihre Quellen nicht offenlege. “Damit können israelische Behörden die Vorwürfe und Anschuldigungen nicht überprüfen”. Eine juristische

Aufarbeitung der benannten Vorgänge würde damit verunmöglicht. “Diese NGO erhält nun durch das Gespräch mit dem Außenminister einen Ritterschlag.

Deshalb verstehe ich die Kritik der israelischen Seite”. Soweit die DIG-Vizepräsidentin.

 

Es entspricht diplomatischen Gepflogenheiten, bei Staatsbesuchen eine durch sachliche Expertise gekennzeichnete Auswahl von Gesprächspartnern im

Gastland vorzunehmen. Diese sollten sowohl das g e s a m t e rechtsstaatliche Spektrum (und nicht nur eine politische Richtung) umfassen, als auch re-

präsentativ in der Bevölkerung verankert sein. In Israels Zivilgesellschaft, darin Deutschland ähnlich, existiert eine Vielzahl von Organisationen, die sich

aus ideellen Motiven für eine gute Sache engagieren. In den Bereichen Friedenserziehung, Medizin, Wissenschaft, Partizipation, Ökologie oder Kultur gibt

es zahlreiche, häufig kooperativ israelisch-palästinensisch agierende, NGOs, die einem deutschen Außenminister einen authentischen Einblick in die

real existierende Wirklichkeit des jüdischen Mini-Staates geben könnten. Verwiesen sei hier beispielhaft auf die vielfältigen Engagements im Umfeld

der Universität Haifa oder der Hadassah-Klinik in Jerusalem.  Diese Chance wurde vertan.

 

Mittlerweile deuten Hintergrundinformationen an, dass die israelische Seite das Angebot unterbreitet hatte, eine repräsentativere Auswahl von NGOs

- inklusive der in Kritik stehenden – am Treffen teilnehmen zu lassen, dies aber von Seiten der deutschen Delegation zurückgewiesen wurde. Sollten diese

Informationen zutreffen, wäre dies in keiner Hinsicht nachvollziehbar.

 

Natürlich hätte Premier Netanyahu souveräner agieren können, wie es sein Parteifreund, Präsident Rivlin, tat. Aber ebenso natürlich sollte die Frage formu-

liert werden, welche Rolle Menschenrechtsfragen bei Besuchen deutscher Politiker z.B. in Teheran faktisch spielten und spielen. Im Vergleich zu Iran, mit dem

die deutsche Wirtschaft – nach dem kontrovers diskutierten Atomdeal – so gerne neue Geschäfte initiiert, ist Israel nicht mehr und nicht weniger als eine Insel

der Rechtsstaatlichkeit im Chaos des Mittleren Ostens. Insofern ist die nahezu institutionalisierte spezifische “Israelkritik” zutiefst unfair.

 

Daher sollte das Augenmerk nun darauf gerichtet werden, den – möglicherweise entstandenen – Schaden zu begrenzen und nach vorn zu schauen. Deutschland und

Israel sind verbündete und befreundete Staaten, durch Geschichte und Gegenwart vielfältig aufeinander bezogen – menschlich, kulturell, wirtschaftlich, historisch,

militärisch.

 

Daran wird sich nichts ändern.

 

Schalom

 

Im Namen des Vorstandes

 

Bernd Sommer

Vors.

DIG Heilbronn-Unterland

 

 

 


Wir laden Sie freundlich ein zu unserer nächsten Veranstaltung:
“Kampf gegen Antisemitismus als
Schwerpunktthema der OSZE”
mit
Michael Georg L i n k
Direktor der OSZE*-Menschenrechtsbehörde ODIHR*,
Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D.
am 30. März 2017 um 19:30 Uhr
Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstrasse, Musikzimmer
im ersten Stock
! Bitte beachten: Veränderte Uhrzeit: 19:30 Uhr statt 19:00 Uhr
*Die OSZE ist die ‘Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa’, eine verstetigte Staatenkonferenz zur Sicherung des Friedens, an der 57 Teilnehmerstaaten partizipieren. Das ODIHR fungiert in der OSZE als ‘Office for Democratic Institutions and Human Rights’, das sich für die Förderung von Demokratie, die Herrschaft des Rechts, Menschenrechte und Toleranz engagiert.
Die Relevanz des Engagements gegen Antisemitismus mag folgendes Statement von Ajatollah Sejjed Ali Chamene’i, der höchsten geistlichen und politischen Instanz des Iran und dessen Staatsoberhaupt zeigen: ”So Gott will wird es in 25 Jahren kein zionistisches Regime mehr geben. Bis dahin wird der kämpferische, heldenhafte und dschihadistische Kampfgeist den Zionisten keinen Moment der Ruhe mehr lassen”.**
Aber auch die Demaskierung des Antisemitismus innerhalb unserer Grenzen fordert  zu Recht Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern – in ihrem Statement gegen die Umtriebe der Organisation ’BDS’ (‘Boykott, Divestment and Sanctions’), die auch in Deutschland von sich reden macht: ”Sachliche, faire Kritik kann ich immer nachvollziehen. Aber diese Boykottbewegung ist Hass, blanker, kaltherziger Antisemitismus und sonst gar nichts. Es geht um nichts anderes als die Vernichtung des jüdischen Staates. Schritt für Schritt soll Israel auf allen Ebenen – akademisch, wissenschaftlich, kulturell, wirtschaftlich und politisch – ausgegrenzt und zerstört werden. Die Weltanschauung der Gründer und Unterstützer der Bewegung basiert darauf, den Zusammenbruch des Staates Israel herbeizuführen. Eine Einstaatenlösung ohne Israel, ein palästinensisch-arabischer Staat anstelle Israels – das ist die Vision der Aktivisten von BDS.”***
Wir freuen uns, Sie am 30. März in der Weinvilla begrüßen zu können. Unser höchst kompetenter Referent, Michael G. Link, Mitglied der DIG Heilbronn-Unterland, wird zum komplexen Sachverhalt referieren und für Diskussion zur Verfügung stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom

 

Aktualitätsbedingte Änderungen werden rechtzeitig kommuniziert

 

 

 

Jahresprogramm 2017

16. Februar 2017
18.00 Uhr
Weinvilla Heilbronn
Musikzimmer, erster Stock
Thema:
“50 Jahre nch dem Sechstage – Krieg:
Zum aktuellen Stand der deutsch-israelischen Beziehungen”.

16. Februar 2017 Veranstaltung mit dem Präsidenten der Deutsch Israelischen Gesellschaft und Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages a.D. Hellmut Königshaus zum Thema des aktuellen Standes der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem Staat Israel

***

  30. März 2017 Vortrag des Direktors der OSZE-Menschenrechtsbehörde ODIHR und Staatsministers im Auswärtigen Amt a.D. Michael Georg Link: „Kampf gegen Antisemitismus als Schwerpunktthema der OSZE“

***

18. Mai 2017

„Tacheles am Abend“:  Jenseits üblicher Mainstream-Klischees rückt die für Israel typische kulturell-politische Diversität in den Fokus:

Sarah Zoabi – eine israelische Muslima – und Oliver Vrankovic, ein deutscher Publizist, der in Israel lebt und arbeitet,  sprechen zum Thema „Israel, die multikulturelle Gesellschaft im Nahen Osten“.

Neben anderen Aspekten wird v.a. im Focus stehen, wie sich prozionistische Haltungen israelischer Araber artikulieren. Diese sich als Avantgarde wahrnehmende, ethnisch, religiös und politisch differenzierte Bevölkerungsgruppe steht für die Dekonstruktion jahrzehntelang tradierter Vorurteile

***

  26. Oktober 2017 „Die unheimliche Popularität der Israelkritik“. Vortragsabend mit Alex Feuerherdt – Betreiber des Blogs „Lizas Welt“. Schreibt für die „Jüdische Allgemeine“, „Konkret“, „Tagesspiegel“ und „Jungle World“. Gelegentlicher Autor des Blogs „Achse des Guten“ und Schiedsrichterexperte beim Nachrichtensender ntv

***

  16. November 2017 „Von Israel lernen – rechtsstaatlicher Umgang mit der Terrorgefahr“. Innenminister Thomas Strobl (Baden-Württemberg) spricht im Licht der dann aktuellen Situation über Erfahrungsaustausch und Kooperation im Sicherheitsbereich mit dem befreundeten Staat Israel

***

 

 

 

Beachten Sie die aktuellen Einladungstexte und die Ankündigungen in der Presse.

 

Wenn nicht anders vermerkt, finden die Veranstaltungen in der

 

Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstraße,  Musikzimmer im ersten Stock, statt.

 

“DIG-Präsident Hellmut Königshaus sprach in Heilbronn zum Thema: ’50 Jahre Sechstage-Krieg: Zum aktuellen Stand
der deutsch-israelischen Beziehungen’”.
Königshaus
“Der Iran am Scheideweg – das Feindbild Israel bleibt”.
Donnerstag, 15. September 2016
19 Uhr
Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstraße, Musikzimmer 1. Stock
Die Deutsch - Israelische Gesellschaft lädt ein zu einem Vortragsabend
mit dem Journalisten und Autor Dr. Joseph Croitoru zum Thema:
"Der Iran am Scheideweg - das Feindbild Israel bleibt".
Die Veranstaltung mit dem renommierten Autor, der über die Hamas
und  andere Terrororganisationen publiziert hat, findet
am Donnerstag, den 15. September, um 19 Uhr in der Weinvilla
in Heilbronn, Cäcilienstraße, statt. Ein Büchertisch wird Literatur
zur Thematik anbieten.
Wirtschaftsdelegationen, begleitet von hochrangigen Politikern, reisten unmittelbar nach dem erzielten Atom-Deal mit dem schiitischen Staat nach Teheran, um aus der erzielten politischen Vereinbarung ökonomischen Nutzen zu ziehen. Sie knüpften dabei an traditionelle Kontakte zwischen dem Iran und Deutschland aus der Zeit vor der islamistischen Prägung des Landes an. Die islamistische Revolution unter Ruhollah Musawi Chomeini von 1979 hatte dazu geführt, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran nahezu gänzlich zum Erliegen kamen. Diese mehr als zügige erneute Kontaktaufnahme wurde – nicht zuletzt wegen der hochproblematischen Menschenrechtslage im Iran – kritisch kommentiert. Im Länderreport 2015/16 von “Amnesty International” heißt es u.a.: “Es wurden weiterhin Strafen wie Auspeitschungen, Blendungen und Amputationen verhängt und vollstreckt, obwohl das Völkerrecht Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Strafen verbietet” (AI-Report 15/16, S. 207, Frankfurt 2016). Wie hatte Bill Clinton 1992 formuliert: “It’s the economy, stupid!”…. 
Und die Menschen in Israel nehmen die üblen Drohungen, die Repräsentanten des iranischen Establishments gegen die “zionistische Entität” regelmäßig formulieren, sehr ernst. Zumal in Expertenkreisen die mittel- bis langfristigen Erfolgsaussichten des Atomdeals kontrovers diskutiert werden.
Iran ist im Mittleren Osten global player: Seine strategischen Beziehungen reichen u.a. zur Hisbollah im Libanon, in den Gazastreifen und im Kontext des Bürgerkrieges in Syrien ganz massiv zum dortigen Diktator Assad. So wie das iranische Regime Israel als “kleinen Satan” (der große waren traditionellerweise die USA) und mithin als Erzfeind betrachtet – so sieht Saudi Arabien, innerhalb dessen Grenzen die Menschenrechte nicht weniger verletzt werden, seinerseits Teheran als Quelle alles Übels in der Region. Vor einigen Tagen äußerte sich der saudische Großmufti Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh über die 80 Millionen schiitischen Iraner wie folgt: “Wir müssen verstehen, dass sie keine Muslime sind!”  Die Spannungen zwischen Teheran und Riad kochen derzeit anlässlich der am Sonntag beginnenden Hadsch nach Mekka wieder einmal hoch.
Unser aus Haifa, Nordisrael, stammender Referent, der Historiker Dr. Joseph Croitoru, schreibt regelmäßig u.a. für die FAZ und die NZZ und hat u.a. zu den Themenbereichen Terrorismus, Hamas und weiteren Konfliktszenarien im Nahen Osten vielbeachtete und kenntnisreiche Publikationen verfasst. Gerne wird er im Anschluss an seine Ausführungen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen. Ein Büchertisch unseres Kooperationspartners, der Buchhandlung Osiander, wird Literatur zum diskutierten Phänomenbereich anbieten.
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,,The city, that never sleeps” – das ist auch Tel Aviv. Aus seinem neuen Werk -”Schlaflos in Tel Aviv” - liest der in Be’er Sheva im Süden des Landes lebende Schriftsteller
Chaim Noll.
“Schlaflos in Tel Aviv” versammelt Erzählungen aus mehr als 25 Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Ereignisse. Darin spiegelt sich Chaim Nolls bewegtes Leben in der DDR, im West-Berlin der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre und sein Leben in Israel heute.
Chaim Noll ist zu Gast bei der Deutsch Israelischen Gesellschaft in Heilbronn.
Die Lesung mit dem renommierten Autor findet statt am
21. April 2016
19 Uhr
Weinvilla Heilbronn
Cäcilienstraße, Musikzimmer 1. Stock.
Sie sind herzlich eingeladen. Ein Büchertisch unseres Kooperationspartners – Buchhandlung Osiander – wird die Werke des Autors sowie aktuelle und klassische Literatur zum Thema Israel anbieten.
Freundliche Grüße im Namen des Vorstandes, Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn-Unterland

***

***

Die Veranstaltungen der DIG Heilbronn-Unterland finden statt

im Musikzimmer der Weinvilla, Cäcilienstraße (erster Stock).

Wenn Sie, wie unsere Mitglieder, bei den monatlich stattfinden Jours Fixes teilnehmen möchten, teilen Sie uns diese bitte per E-Mail mit. Sie werden eingeladen.

Sollten Sie wünschen, Mitglied der

Deutsch Israelischen Gesellschaft zu werden, informieren Sie uns bitte ebenfalls.

Herzlich willkommen !

Donnerstag 18. Februar 2016

Die DIG Heilbronn-Unterland lädt Sie freundlich ein zu einer Veranstaltung mit Herrn Dr. Joseph Croitoru zum Thema

“Die Türkei in der Zerreißprobe: Islamisierung,
innere Konflikte und das getrübte Verhältnis zu Israel”

am Donnerstag, den 18. Februar 2016,
19 Uhr
Weinvilla Heilbronn, Cäcilienstraße,
Musikzimmer (1. Stock)

*****
Die moderne Türkei verstand sich als Gegenentwurf zum imperialen Osmanischen Reich. Ihre vollständige Demokratisierung verhinderten jecoch ebenso
der ethnozentrische türkische Nationalismus wie der Autoritarismus der türkischen Militärs, den die in Ankara regierenden moderaten Islamisten nun für sich beanspruchen.
Das unter der AKP problematisch gewordene Verhältnis der Türkei zu Israel, das bis dahin weitgehend freundschaftlich war, ist durch Erdogans Unterstützung arabischer Islamisten
noch schwieriger geworden. In jüngster Zeit bewegen sich zwar beide Länder wieder aufeinander zu, eine offizielle Versöhnung zwischen Ankara und Jerusalem lässt aber noch auf sich warten.
Erdogan jedenfalls setzt nach wie vor auf die Inszenierung der Türkei als aufstrebende islamische Großmacht, die in seinem zunehmend dikatorischen Gebaren ihre Entsprechung findet. Doch dieses
immer umstrittenere Konzept gerät durch die Umbrüche in der Region zusätzlich ins Wanken. Die Bürgerkriege in den Nachbarländern Syrien und Irak haben mit dazu beigetragen, dass
die ohnehin starken innenpolitischen Spannungen in der Türkei noch massiver wurden …

*****

Joseph Croitoru stammt aus Haifa in Nordisrael, ist promovierter Historiker und Journalist. Er studierte in Jerusalem und Freiburg i. Br. Zunächst für die israelische Presse tätig, schreibt er seit 1992 für die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’, die ‘Neue Zürcher Zeitung’ und die ‘Süddeutsche Zeitung’. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig Beiträge für den WDR und Deutschlandfunk. Seine Themenschwerpunkte sind der Nahe Osten und Osteuropa.

Buchveröffentlichungen:
2003 “Der Märtyrer als Waffe. Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentates” (Hanser), als Taschenbuch bei dtv
2007 “Hamas. Der islamische Kampf um Palästina” (C.H. Beck) als Taschenbuch bpb-Ausgabe, Bd. 634
2010 “Hamas. Auf dem Weg zum islamischen Gottesstaat” dtv.

Lesung mit Chaim Noll am 15.10.2015

 

Der Autor Chaim Noll las auf Einladung der DIG Heilbronn-Unterland zum zweiten Mal in der Weinvilla in Heilbronn. Glücklicherweise ließ sich Noll dazu überreden, eine Autobiografie zu schreiben. Der geheimnisvolle Titel lautet ,Der Schmuggel über die Zeitgrenze’. Chaim Noll hat eine besondere Geschichte. Er wurde 1954 in der DDR als Sohn des Schriftstellers Dieter Noll geboren. Dieser hatte mit dem Roman .Die Abenteuer des Werner Holt’ (1960-63) einen Bestseller geschrieben und galt nicht nur in der DDR als Berühmtheit.

Durch den Status des Vaters profitierten auch die Kinder. Sie gingen auf ,Spezialschulen’ und lernten auf Grund ihrer Zugehörigkeit zur Nomenklatura schnell viele Berühmtheiten der DDR kennen. Dieter Noll hatte eine jüdische Mutter, worüber aber in der Familie kaum gesprochen wurde. Die sich als ,antifaschistisch’ verstehende DDR konnte mit den lebenden Juden nichts anfangen und stand mit dem Staat Israel auf Kriegsfuß. Und es war auch besser, eine jüdische Identität zu verbergen, denn in den sozialistischen Ländern setzten mehrere antisemitische Wellen ein. Chaim Noll erinnerte an den Slanskyprozess 1952 oder an die Ausbürgerung der letzten polnischen Juden im März 1968 unter Gomulka.

Der Autor selbst fühlte sich in der DDR als Fremdkörper. Mit dem verordneten Kollektivismus konnte er nichts anfangen. Dennoch hatte er durch seine elitäre Ausgangslage einen besonderen Einblick in das Machtgefüge dieses Staates. 1984 durfte Chaim Noll schließlich nach West-Berlin ausreisen, nachdem er sich durch eine Hungerkur (,neurotische Magenschwäche’) dem Kriegsdienst entzogen hatte.

Bei der anschließenden Diskussion wies Chaim Noll darauf hin, dass die DDR die jüdischen Gemeinden aussterben lassen wollte. Es gab keine Rabbiner, keinen Nachwuchs. Wie soll da jüdisches Leben möglich sein? Von den 7000 in der DDR lebenden Juden waren 1990 nur noch 440 übrig.

 

Vortrag Ulrich Sahm am 16. 4. 2015

 

 

Am 16. 4. 2015 sprach Ulrich Sahm auf Einladung der DIG Heilbronn-Unterland in der gut besuchten Weinvilla in Heilbronn. Das Thema seines Vortrags lautete: ,,Israel – demokratischer Rechtsstaat im Nahen Osten. Die Realität vor Ort.”

 

Ulrich Sahm ging zunächst auf die aktuelle Situation nach der Wahl in Israel ein. Auch wenn er selbst kein Freund von Benjamin Netanjahu sei, so müsse dennoch festgestellt werden, dass in Bezug auf den Iran beispielsweise in Israel ein breiter Konsens herrsche: Der Iran mit  seiner Politik (u. a. Entwicklung einer Atombombe) wird in Israel allgemein als Bedrohung empfunden. Dazu tragen z. B. auch Videos seitens des Irans bei, die auf YouTube gesendet werden, in denen Israel nach einem vermeintlichen Atomschlag gezeigt wird.

 

Anschließend zeigte U. Sahm auf, dass Israel ein moderner Rechtsstaat nach dem Vorbild westlicher Demokratien ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage: In welcher Tradition sich sieht der Staat Israel? Die Antwort überrascht: Vorbildcharakter für viele Gesetze Israels hat das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das am 1. Januar 1900 im Deutschen Kaiserreich eingeführt worden war.

Böse Zungen behaupten sogar, Israel sei nicht nur die einzige Demokratie, der einzige Rechtsstaat im Nahen Osten, sondern sogar der einzige ,,Staat’’. Inwiefern könne man denn vom Libanon, von Syrien, vom Jemen oder vom Irak noch von einem ,,Staat’’ sprechen?

 

Im Zusammenhang mit der Darstellung  des Rechtsstaates Israel wurde vom Publikum die Frage gestellt, wie denn ein palästinensischer Staat aussehen könne, also die sogenannte Zweistaatenlösung? Bei dieser Frage lief der Referent zur Hochform auf. Zunächst stellte er fest, dass in den Osloer Verträgen von 1993 und 1995 keine Rede von einem palästinensischen Staat ist. Außerdem habe Jitzchak Rabin seinerzeit deutlich gesagt, es werde niemals einen palästinensischen Staat geben. Vor allem müsse man sich jedoch vor Augen halten, wann wir überhaupt von ,,Palästinensern’’ sprechen können. Den Begriff nämlich gebe es, sagte Ulrich Sahm, erst seit 1968. Er wurde von Arafat in die PLO-Charta aufgenommen. Darüber hinaus taucht das Wort ,,Palästinenser’’ bei der UNO zum ersten Mal 1974 auf. In der Geschichte wird der Begriff Palästina zuerst unter Kaiser Hadrian als Syria-Palaestina verwendet. Vorher hieß das Land auch unter den Römern ,Judäa’.

 

Eine weitere Frage betrifft die immer wieder erwähnten Siedlungen Israels , die angeblich einem Friedensprozess im Wege ständen. Auch hier zeigte Ulrich Sahm seine profunde Sachkenntnis. In Ostjerusalem und im Westjordanland leben 500 000 Israelis, vor allem, weil es dort wesentlich günstigere Wohnungen gibt als anderswo. Es wäre kein Problem, 90% der sogenannten Siedlungen sofort zu räumen, falls es einen Friedensprozess geben sollte. Wenn billigerer Wohnraum zur Verfügung gestellt würde, würden die Menschen in den ,,Siedlungsgebieten’’ sofort umziehen können.

 

Im Hinblick auf einen  Friedensprozess bleibt Ulrich Sahm skeptisch. Wenn die Palästinenser sich nicht einmal untereinander einigen können (würde bei freien Wahlen nicht eindeutig die Hamas gewinnen?), wie soll dann ein langfristiger Friedensprozess mit Aussicht auf Erfolg in Gang gesetzt werden.

 

Der fundierte und unkonventionelle Vortragsstil U. Sahms kam beim Publikum sehr gut an. Letztlich musste  bei der schwierigen Thematik einmal mehr das Brechtzitat bemüht werden. ,,Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.’’

DanShaham_Interview

 

DanShaham_HintergrundS4

 

Zionistische Einwanderung und israelisches Selbstverständnis

 

 

Auf Einladung der Deutsch Israelischen Gesellschaft Heilbronn-Unterland war der Journalist Dr. Joseph Croitoru in der gut besuchten Heilbronner Weinvilla zu Gast. Er referierte zum Thema „Die Einwanderung nach Israel zwischen Ideal und Wirklichkeit“.

 

Der auch als Buchautor renommierte Referent stellte die verschiedenen Einwanderungswellen nach Israel vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart unter Verwendung exakten Zahlenmaterials und historischer Dokumente anschaulich dar. Die Einwanderung nach Israel – hebräisch: Aliyah – wurde dabei unter zwei Aspekten beleuchtet: Einmal nach Maßgabe der zionistischen Utopie, nach der möglichst alle Juden im Staat Israel heimisch werden sollten, anderseits anhand der realen Fakten der tatsächlichen Einwanderung.

 

Das utopische Idealbild des jüdischen Einwanderers war der junge Pionier, der idealerweise handwerkliche Fähigkeiten vorzuweisen hatte und als hart arbeitender Farmer die landwirtschaftliche Entwicklung des Landes vorantreiben sollte. In der Realität hingegen war es so, dass z.B. in der 3. Aliyah von 1919-1923 nur wenige der 35000 Einwanderer diesem Ideal entsprachen. Immerhin ein Fünftel verließ das damalige Palästina nach wenigen Jahren wieder.

Eine grundlegende Zäsur der Einwanderung nach Israel stellten die fünfte Aliyah 1932-1938 und die „Aliyah Beth“ (Illegale Einwanderung) von 1939 bis zur Staatsgründung dar: Sie standen unter dem Zeichen der Verfolgung durch den Nationalsozialismus.

 

Seit mehreren Jahrzehnten wird die Einwanderung nach Israel durch ein Rückkehrgesetz und die Schaffung eines Einwanderungsministeriums strukturiert. Die Einwanderer werden konkret auf ihr neues Leben in Israel vorbereitet.

 

Während in den Jahren 1989 bis 1995 600 000 Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel gekommen waren, nahm in den letzten beiden Jahren die Migrantenzahl aus der Ukraine und Frankreich signifikant zu. Durch das jüngste Attentat auf einen jüdischen Supermarkt in Paris, dem eine Vielzahl antisemitischer Gewaltakte in Frankreich im Verlauf der letzten Jahre vorangegangen war, ist mit einem weiteren Anwachsen der Zahl von Franzosen zu rechnen, die „Aliyah machen“. Das Statement des israelischen Premiers Netanyahu in Paris, der die französischen Juden dazu einlud, nach Israel zu kommen kontrastiert mit Äußerungen von offizieller jüdischer Seite in Frankreich, jetzt erst recht im Land von Voltaire und Zola bleiben zu wollen. Es ginge darum, selbstbewusst Flagge zu zeigen und darauf zu insistieren, dass Jüdinnen und Juden ein unverzichtbarer und selbstverständlicher Bevölkerungsteil der französischen Republik seien.

 

Balkan und Naher Osten

 

Auf Einladung der Deutsch – Israelischen Gesellschaft (DIG Heilbronn-Unterland) hielt der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Heilbronn, Josip Juratovic, in der Wein – Villa einen Vortrag über Parallelen zwischen dem Jugoslawienkonflikt und der Situation im Nahen Osten.

Sehr emotional und anschaulich schilderte Juratovic den Jugoslawienkrieg Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Schwierigkeit der Thematik liegt in ihrer Komplexität: ethnische, religiöse, ökonomische und kulturelle Aspekte waren zu beleuchten. Und immer – so Juratovic – stelle sich dabei die Frage: Wer verdient am Krieg? Im Falle von Jugoslawien nannte er beispielsweise ehemalige Generäle der jugoslawischen Armee, die am Waffenhandel in Verbund mit Geldwäsche prächtig kassieren konnten.

Und wie war die Situation der Bevölkerung? Die Menschen lebten jahrelang friedlich neben- und miteinander. Doch dann wurde nicht zuletzt durch die jeweiligen Medien (kroatische und serbische) eine Maschinerie in Gang gesetzt, deren Eigendynamik nicht mehr zu bremsen war. Es kam zur Eskalation und schließlich zum blutigen Krieg. Die Lösung des Konfliktes erfolgte von außen. Der Referent betonte hierbei die Rolle der Vereinigten Staaten, ohne deren konsequentes Eingreifen eine schnelle Lösung nicht hätte herbeigeführt werden können. Und die Europäer? Ihnen warf Juratovic zu Recht vor, keine gesamtjugoslawische Lösung angestrebt zu haben, ja nicht einmal Kriterien für eine Beendigung des Konfliktes aufgestellt zu haben – Stichwort Menschenrechte.

Inwiefern ist nun der Jugoslawienkonflikt mit der Situation im Nahen Osten vergleichbar? Josip Juratovic sieht auch hier eine mögliche Lösung nur als von außen kommend an. Vor allem die USA, aber auch die Europäer müssten versuchen, friedensfördernde Maßnahmen in die Wege zu leiten. Doch im Falle des Nahostkonflikts, dessen historische Wurzeln weit zurückreichen, ist die Gemengelage eine andere. Dies wurde in der – von Bernd Sommer, dem Vorsitzenden der DIG Heilbronn-Unterland, moderierten – engagiert geführten Diskussion deutlich. Die Basis einer Verständigung müsse bei Erziehung und Bildung ansetzen und dies könne unmöglich gelingen, so ein Diskussionsbeitrag, wenn in palästinensischen Schulbüchern antisemitische Hetze betrieben werde, die nur dem Hass und der Indoktrination diene. Andererseits wurde auf reale Zeichen der Hoffnung verwiesen. Im Text einer Nachrichtenagentur, der den Anwesenden vorlag, wurde berichtet, dass in Eshkol, im Süden Israels, 30 palästinensische Landwirte aus dem Gazastreifen an einer Landwirtschaftsmesse teilnahmen. Das Fazit dieser Messebesucher lautete: „Wenn die Wirtschaft funktioniert, sind die Menschen zufrieden und es gibt keine politischen Probleme.“ Ein Satz, dem auch der Referent Josip Juratovic vollständig zustimmen würde. W.L.

 

 

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