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Deutsch Israelische Gesellschaft
Heilbronn
Die Vorgänge in Thüringen: Stellungnahme der DIG Heilbronn
Sehr geehrte Damen und Herren,
die bemerkenswerten Vorgänge im Parlament des Freistaates Thüringen führten u.a. zu Stellungnahmen des Botschafters des Staates Israel, des Präsidenten der Deutsch Israelischen Gesellschaft und von Mitgliedern der DIG Heilbronn.
Unser Mitglied Michael Georg Link MdB, Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D. und ehemaliger Direktor des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Men-
schenrechte äußerte sich wie folgt zum Sachverhalt:
Statement für die DIG  Heilbronn –  Einen Tag nach der Wahl in Thüringen will ich als Heilbronner FDP-Abgeordneter meine gestrige Einschätzung nochmals unter-
streichen: Herr Kemmerich hätte sich nicht mit Stimmen der AfD in das Amt des Ministerpräsidenten wählen lassen dürfen. Gerade in Thüringen und unter dem rechts-
radikalen AfD-Chef Höcke tritt die rassistische, antisemitische und völkische Ideologie der AfD besonders deutlich zu Tage. Die Zusammenarbeit mit und selbst Duldung
durch die AfD sind daher für mich als Liberalen völlig ausgeschlossen. Ich spreche mich dafür aus, schnellstmöglich Neuwahlen in Thüringen zu ermöglichen.
Michael Georg Link MdB” (via E-Mail, 6.2.20).
S. E., der Botschafter des Staates Israel in Berlin, Jeremy Issacharoff, kommentierte: “Die Wahl zum Ministerpräsidenten in Thüringen im Vertrauen auf die Unterstützung
der AfD ist ein gefährlicher Präzedenzfall. Dies ist ein Moment der Wahrheit für die deutsche Demokratie. Die Herausforderung für Deutschland besteht jetzt – mehr denn je -
darin, die dunklen Geister der Vergangenheit zu überwinden und ihnen jeden Platz und jede Legitimität in der politischen Szene zu verweigern” (zit. nach “bild.de”, 5.2.20, 23:23 Uhr).
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Die Deutsch Israelische Gesellschaft entstand nach dem Zivilisationsbruch des deutschen Faschismus und der Shoah aus der tiefempfundenen Verpflichtung, extremistischer
Menschenfeindlichkeit in Deutschland n i e  wieder Raum zu gewähren und durch die freundschaftliche und solidarische Beziehung zum demokratischen Rechtsstaat Israel,
Seite an Seite mit Jüdinnen und Juden in Israel und Deutschland, ein neues helles Kapitel im Buch der Geschichte der Deutschen aufzuschlagen. Der von Beginn an multiethnisch und multikulturell aufgestelle jüdische Staat Israel, in dessen Grenzen islamische und christliche Araber*Innen gleichberechtigt leben und arbeiten, sowie öffentliche und politische Funktionen bekleiden, ist der exakte Gegenentwurf zum völkischen Weltbild der rechtsextremen AfD. Schon allein deshalb, weil die
alltägliche Realität im jüdischen Staat ein scharfer Widerspruch zu den völkischen und islamophoben Fantasien der AfD-Ideologie darstellt, ist jede direkte oder mittelbare
Kooperation mit der AfD für die DIG und die DIG Heilbronn a priori ausgeschlossen (vgl. Sie hierzu die beigefügte Presseerklärung des Präsidenten der DIG).
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn
Dr. Stephan Grigat
Der Exodus der Juden aus der arabischen Welt und dem Iran
Diskriminierung, Flucht und Vertreibung
Donnerstag, 24. Oktober 2019
19:30 Uhr
Weinvilla Heilbronn
Musikzimmer, erster Stock
Der Referent des Abends, Dr. Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Dozent für Politikwissenschaft an der Universität Passau, Permanent Fellow
am Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam und Research Fellow am Herzl Institute for the Study of Zionism and History der Universität Haifa. Stephan 
Grigat ist Autor von “Die Einsamkeit Israels” und Herausgeber von “AfD und FPÖ” sowie “Iran – Israel – Deutschland”. Zuletzt hat er die Einleitung zu Georges Bensoussans
Buch “Die Juden der arabischen Welt” verfasst, das bei Hentrich&Hentrich erschienen ist.
Zum Thema:
Würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre bei jeder Diskussion über den Konflikt Israels mit seinen arabischen Nachbarn stets auch von der Flucht und Vertreibung nahezu aller Juden aus der arabischen Welt und aus dem Iran die Rede – ein historischerSachverhalt, der außerhalb Israels kaum im Bewusstsein ist. Die gerade auf Deutsch erschienene Studie des französischen Historikers Georges Bensoussan über “Die Juden der arabischen Welt” ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den arabischenLändern in Erinnerung und zeigt, dass die Radikalisierung der arabisch-islamischen Judenfeindschaft vor der israelischen Staatsgründung einsetzte und in vielen Aspekten eine Reaktion auf die partielle Autoemanzipation der Juden in den arabischen Gesellschaften war.  Der Vortrag wird die Situation der Juden in den arabischen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeutung der arabisch-jüdischen Flüchtlinge für Israel thematisieren und der Frage nachgehen, warum das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern und dem Iran bisher kaum thematisiert wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Schalom
Bernd Sommer
Vors.
DIG Heilbronn-Unterland

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